Pedelecs sind aus der Sicht echter Radler eher was für Bewegungsmuffel

  • Ich habe bei N-TV im Internet einen Testbericht gelesen der mir etwas fraglich vorkommt! Der Bericht heißt:


    Coboc Montreal - Ein schönes Schummelrad


    In diesem Bereich wird unteranderem geschrieben:


    Pedelecs sind aus der Sicht echter Radler eher was für Bewegungsmuffe.


    Zur Schaltung wird geschrieben:


    Sieben Stufen reichen beim Pedelec allemal, denn angesichts der zusätzlichen Motorkraft beschränkt sich der Beinarbeitsanteil am Vortriebsgeschehen vor allem auf die Anregung des Sensors der Kurbelbewegungserkennung.


    Und zu den Unterstützungsstufen wird geschrieben:


    In der Praxis vermisst man diese Einstellmöglichkeit nicht, denn Pedelecs mit mehreren Unterstützungsstufen werden in der Regel ohnehin in der höchsten Stufe gefahren.


    Diese Aussagen führen bei mir dazu das ich glaube das der Tester nicht sehr viel Erfahrung mit E-Bikes gemacht haben kann.


    Zum selbernachlesenn:Hier der Link!


    Also E-Bike nur für Faule?


    Bei uns im Forum haben wir dieses Thema auch schon behandelt.Hier der Link!


    Was haltet ihr von solchen Bereichen?

  • Durch den Beitrag bin ich auf die Räder der Firma Coboc aufmerksam geworden,die mir durchaus gefallen. Die Aussagen zu den Unterstützungsstufen und der Fitness der Fahrer sehe ich mit Humor. Inzwischen werden beim Thema E-Bike zunehmend persönliche Meinungen formuliert, die zwar Objektivität vermissen lassen, dafür aber um so mehr Widerspruch der Gegner provozieren.

    Bei mir ist es genauso: Doch Fahrrad/E-Bike fahren ist eines meiner Hobbys, die ich ausgiebig und leidenschaftlich betreibe. Ich erzähle gern davon und versuche es auch, bis zu einem gewissen Punkt zu erklären, wenn jemand gar nichts damit anfangen kann. Kritik höre ich mir an, denke vielleicht drüber nach, lasse mich aber letztendlich nicht von meiner Leidenschaft abbringen.

    Mein Pedelec wurde auch schon mal, im Spiegel glaube ich, getestet und mit einem SUV im Stadtverkehr verglichen. Ich musste schmunzeln, denn tatsächlich hatte ich mir nach Jahren mit günstigen und praktischen Rädern ohne Motor, dank der besseren finanziellen Möglichkeiten, ein vollkommen überdimensioniertes, motorisiertes und teures Spaßgerät zugelegt. Es hat sich für mich dennoch gelohnt, denn ich habe immer noch mächtig Spaß daran, ohne meinen Mitmenschen, im Gegensatz zum SUV, damit zu schaden.

    Daher plädiere ich dafür, jedem seinen Spaß zu gewähren, egal wie er sich körperlich dafür verausgaben muss, sinnlose Wettbewerbe zwischen motorbetrieben und motorlosen Fahrzeugen zu unterlassen, und jedem Mitradler genügend Freiraum für seine Leidenschaft einzuräumen.

  • Ich persönlich sehe eine Schnittstelle zwischen "klassischen" Radfahrern und E-Bikern.
    Sind wir mal ehrlich, e-Bikes sind zu teuer um einfach nur als "hey ich will ein Fahrrad aber ich bin zu faul zum treten"-Fahrrad zu nehmen

    Leute, die Fahrrad-Fahren eher als Fitness- oder Leistungssport um ihre eigenen Grenzen auszulooten, das ist ein großes Lager, und - ich nenn uns mal - Tüftler, die gern Gerätschaften aller Art verstehen, optimieren, haben, sammeln, das ist so die andere Seite. Es gibt Leute die sind in beiden Lagern zuhaus, und das macht halt auch mal wieder die menschliche Vielfältigkeit aus.

    aber ich denke wir alle hier verstehen unser Hobby ausreichend, um uns von kurzsichtiger TV-Berichterstattung nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

  • Weil mich das Vordringen der E-Bikes in immer größere Bevölkerungskreise besorgt stimmt, hier mal meine Sicht der Dinge.


    Es gibt natürlich einige Gründe für ein E-Bike. Bei älteren oder kranken Menschen ist das z.B. eine tolle Sache. Auch für Aktivitäten, wo man nicht ins Schwitzen kommen darf, weil man z.B. damit zur Arbeit fahren möchte, ist sowas gut geeignet. Wenn die Gegend extreme Steigungen hat und man sich keine sehr strammen Beine antrainieren möchte, lasse ich das auch noch gelten.


    Alle anderen sind halt entweder Bewegungsmuffel oder haben nicht die Zeit, ihre Muskulatur halbwegs in Schuss zu bekommen. Gegen das Zeitargument steht natürlich die Beobachtung, dass das E-Bike von den meisten recht häufig verwendet wird.


    Eine Runde bis 100km sollte auch ohne Motor für einen jungen Fahrer machbar sein. Ich gehe jetzt auf die 50 zu und überhole mit dem MTB und natürlich Rennrad jeden ungetunten E-Biker. Beim Trekkingrad wird es auf Dauer anstrengend, schneller als 25 zu fahren.